Die Baukonjunktur hellt sich auf – der Wohnungsbau bleibt das strukturelle Problem

Park55, DeinHavn, Baukonjunktur, Wohnungsbau

Die aktuelle Konjunkturmeldung der Bauwirtschaft für 2025/2026 klingt auf den ersten Blick versöhnlich. Nach zwei schwachen Jahren stabilisieren sich Stimmung und Erwartungen. Öffentliche Investitionen, Infrastrukturprogramme und eine langsam sinkende Zinsbelastung wirken dämpfend auf den Abschwung. Doch dieser positive Grundton verdeckt das zentrale Problem des deutschen Immobilienmarktes: Der Wohnungsbau bleibt massiv unter Druck – quantitativ, strukturell und zeitlich verzögert.

DIE ZAHLEN SPRECHEN GEGEN ENTWARNUNG

Während sich Teile des Bauhauptgewerbes stabilisieren, entwickeln sich die Fertigstellungszahlen im Wohnungsbau weiter rückläufig. Nach rund 252.000 fertiggestellten Wohneinheiten im Jahr 2024 werden für 2025 nur noch 225.000 bis 230.000 Einheiten erwartet. Für 2026 sinkt die Prognose weiter auf lediglich 215.000 bis 220.000 Wohneinheiten.

Dieser Rückgang ist keine kurzfristige Delle, sondern die direkte Folge eines dramatischen Einbruchs bei den Baugenehmigungen in den Vorjahren:

  • –27 % im Jahr 2023
  • –17 % im Jahr 2024

Der Wohnungsbau reagiert träge. Zwischen Genehmigung, Finanzierung, Planung und Fertigstellung liegen mehrere Jahre. Deshalb wirken sich diese Einbrüche zeitverzögert aus – und genau deshalb ist bis 2027 nicht mit einer echten Trendwende bei den Fertigstellungen zu rechnen.

DAS BUNDESZIEL: 400.000 WOHNUNGEN – UND DIE REALITÄT

Die Bundesregierung hält offiziell am Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr fest, davon ein erheblicher Anteil im bezahlbaren Segment. Flankiert wird dieses Ziel durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket: Beschleunigung von Planungsverfahren, steuerliche Anreize, Förderprogramme, serielle Bauansätze und der Abbau regulatorischer Hürden.

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist jedoch evident. Selbst im vergleichsweise starken Jahr 2024 lag die tatsächliche Leistung rund 150.000 Wohnungen unter dem Zielwert. Für 2025 und 2026 öffnet sich diese Lücke weiter. Rein rechnerisch wird damit in zwei Jahren ein Defizit von deutlich über 300.000 Wohnungen aufgebaut – zusätzlich zu dem bereits bestehenden Nachfrageüberhang in den Ballungsräumen und wachsenden Mittelstädten.

Das ist kein temporäres Marktungleichgewicht, sondern ein strukturelles Angebotsproblem.

WARUM NEUBAU ALLEIN DIE LÜCKE NICHT SCHLIESSEN WIRD

Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen deutlich: Selbst bei verbesserter Konjunktur bleibt der klassische Neubau begrenzt. Gründe dafür sind:

  • extreme Risikovorsicht bei Banken
  • hohe Bau- und Finanzierungskosten
  • lange Genehmigungsprozesse
  • steigende Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz

Hinzu kommt ein weiteres Spannungsfeld: Der Gebäudesektor muss seine CO₂-Emissionen deutlich senken, während gleichzeitig mehr Wohnraum geschaffen werden soll. Neubau ist dabei oft ressourcenintensiv und emissionsreich – insbesondere in der Errichtungsphase.

Die Folge ist eine Verschiebung des Fokus: Bestandsentwicklung, Nachverdichtung und Sanierung rücken zwangsläufig in den Mittelpunkt.

BESTAND ALS SCHLÜSSEL ZUR WOHNRAUMFRAGE

Hier liegt der entscheidende Hebel für die kommenden Jahre. Der überwiegende Teil des Wohnungsbestands steht bereits. Jede Wohnung, die durch Sanierung, Umnutzung oder Aufstockung wieder oder zusätzlich nutzbar gemacht wird, wirkt sofort auf den Markt – ohne jahrelangen Vorlauf.

Gerade denkmalgeschützte Quartiere, gewachsene Siedlungen und innerstädtische Lagen bieten hier ein erhebliches, bislang unterschätztes Potenzial. Sie verbinden vorhandene Infrastruktur mit sozialer Durchmischung und ermöglichen klimapolitisch wirksame Investitionen, wenn energetische Standards konsequent mitgedacht werden.

PARK55 IM KONTEXT DIESER ENTWICKLUNG

Das Projekt Park55 in Salzgitter-Bad positioniert sich genau in diesem Spannungsfeld zwischen Wohnraummangel, Klimazielen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Statt auf Neubau auf der grünen Wiese setzt Park55 auf die umfassende Sanierung eines denkmalgeschützten Bestandsquartiers mit hoher städtebaulicher Qualität. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Kurzfristig wirksamer Wohnraum durch Bestandssanierung
  • Deutlich geringerer Ressourcenverbrauch gegenüber Neubau
  • Kombination aus Denkmalschutz und energetischer Transformation

Während der Markt auf neue Genehmigungen wartet, entstehen hier Wohnungen in einem Quartier mit Geschichte, Grünflächen und urbaner Anbindung.

AUSBLICK: WARUM 2027 ENTSCHEIDEND WIRD

Erst ab 2027 ist – bei günstiger Entwicklung der Genehmigungszahlen ab 2025 – mit einer spürbaren Erholung der Fertigstellungen zu rechnen. Bis dahin bleibt die Angebotsseite angespannt. Projekte, die heute bereits in der Umsetzung sind, gewinnen dadurch an strategischer Bedeutung.

Park55 gehört zu diesen Projekten. Es reagiert nicht auf eine hypothetische Markterholung, sondern auf die reale Lücke der kommenden Jahre. Genau darin liegt seine Relevanz – ökonomisch, sozial und klimapolitisch.

Die Baukonjunktur sieht konjunkturell Licht am Ende des Tunnels, das sind gute Nachrichten. Der Wohnungsmarkt selbst bleibt vorerst im Mangelmodus. Wer heute handelt, entscheidet darüber, wie tief diese Lücke morgen wird.

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